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Bericht: Gegenproteste zur Kundgebung der antisemitischen BDS-Kampagne


Für Sonntag, den 11.03.2012, rief die Gruppe „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen für Palästina“, kurz „BDS“, zu einer Kundgebung vor der ITB Berlin, einer alljährlichen Tourismusmesse auf – um aufmerksam zu machen auf eine herbeihalluzinierte Apartheid, welche in Israel herrsche 1.

Bei der Gruppe BDS handelt es sich um einen Zusamenschluss von Personen, die so irre sind, dass selbst ein Norman Finkelstein, welcher sich gerne mal mit der Hisbollah solidarisiert oder über die „Holocaust-Industrie“ fachsimpelt, sich zu ihnen abgrenzt. Sie sei eine „heuchlerische Polit-Sekte“, die das Existenzrecht Israels nicht akzeptiere. 2 Auch Noam Chomski stellt in einem Moment geistiger Klarheit fest, dass die Forderungen der Kampagne bei Erfüllung die Zerstörung Israels zur Folge hätten.3 Tatsächlich: Angesichts Anhaltender Raketenangriffe aus dem Gazastreifen – Seit dem 9. März schlugen 176 Raketen in Israel ein4 – die „Demilitarisierung“ Israels zu fordern und gleichzeitig zu behaupten, eben nicht dessen Vernichtung zu befürworten, ist an Zynismus kaum zu überbieten.

Ein perfekter Anlaufpunkt also für die Neuköllner Straßenkämpferbande ZK. Das jugendliche Racket zeigte sich von seiner besten Seite. Pöbelnd und mackernd zog man an der Gegenkundgebung vorbei, warf sich in Schale – in die extra bereitgelegten T-Shirts der BDS‘ler. Auf Hinweise, mit wem sich sich dort solidarisieren, wurde mit einem arroganten „Püh“ seitens einer Perücke tragenden Dackelhalterin aus BDS-Kreisen geantwortet.
Die Gruppe BDS erachtete es wohl als sinnvoll, in DIE PARTEI-Manier, wenngleich in Westberlin, eine Mauer zu errichten. Wir überlegten zwar, ob es sinnvoll sei, mitzuspielen und israelische Hilfslieferungen durch die Mauer zu bringen, ließen es dann aber angesichts der Tatsache, dass es den Menschen dort, augenscheinlich bis auf ihren Geisteszustand, recht gut zu gehen schien, bleiben.
Die Gegenkundgebung war leider recht klein an der Zahl, was bei der kurzen Mobilisierungszeit allerdings auch nicht verwunderlich war. Mit viel Fluktuation unter den Teilnehmer_Innen verblieben jedoch recht konstant um die 15 Personen auf der Gegenkundgebung.

Fußnoten:

  1. http://www.bds-kampagne.de/articles/2012/03/04/keine-untersttzung-der-israelischen-apartheid-auf-der-itb-2012 [zurück]
  2. http://www.transatlantikblog.de/2012/02/23/norman-finkelstein-kritik-haltung-bds-israel/ [zurück]
  3. http://www.youtube.com/watch?v=QINIKnQiMnY [zurück]
  4. http://www.idfblog.com [zurück]

CDU-Demonstrationsdesaster

Weil es im Hinblick auf Politik leider recht wenig zu Lachen gibt, ist es doch umso erfreulicher, wenn es dann doch mal spaßige Events gibt. So geschehen am vergangenen Samstag an der Frankfurter Allee. Die Volkspartei CDU, Landesverband Lichtenberg, beschloss, eine Demonstration unter dem Motto „Kommunismus? Ohne uns, Frau Lötzsch“ abzuhalten.

Ein Gespenst geht um in Deutschland. Das Gespenst Gesine Lötzschs.
Die Vorsitzende der Linkspartei hatte einige Wochen zuvor in einem Interview mit der jungen Welt verlauten lassen, der Kommunismus ließe sich nur dadurch erreichen, Wege zum Ziel auszuprobieren. Ein solches 0815-Zitat kann jedoch Anlass zu einer antikommunistischen Massenhysterie geben und etablierten Parteien nützen, um sich medienwirksam von „verbrecherischen, antidemokratischen Ideologien“ zu distanzieren und Forderungen nach flächendeckenden Überwachungen sogenannter antidemokratischer Vereinigungen laut werden zu lassen.

Munter dabei ist natürlich die CDU. So meldeten sie eine Demonstration „Kommunismus- ohne uns, Frau Lötzsch“ im „Wahlkreis“ an. Im Vorfeld wurde im Medium facebook angeregt diskutiert.
Die Demonstration war allerdings eher eine Kundgebung. Circa 15 AntikommunistInnen hatten sich eingefunden, darunter ein schwarz gekleideter Mensch mit rotem Schal sowie ein in die Jahre gekommener kleinerer Herr, etwas abseits, mit einer Kamera, welche beide dem „Pro Deutschland“-Umfeld zuzuordnen sind. Mit Wissenschaft beschäftigt hatte sich allerdings keine Person aus dem lustigen Häuflein, und so wurden munter Plakate gegen „Extremismus“ (welcher jeder Rechtsgrundlage oder wissenschaftlicher Bedeutsamkeit entbehrt sowie zu einer Gleichsetzung von links und rechts führt), wie auch gegen Lötzsch in die Höhe gereckt. Es wurde sogar extra für Steuergelder ein Transpi gedruckt. In Diskussionen wurde wieder fleißig des Deutschen liebste Tätigkeit sichtbar; Herumgeopfere. So waren „die Deutschen“ Opfer zweier Diktaturen, wober der DDR-Kommunismus (?!?!?!) und die NS-Herrschaft fleißig über einen Kamm geschoren wurden. Dass „die Deutschen“ vielleicht selbst mitgemacht hatten, wurde natürlich außenvor gelassen. Wie üblich wurde die Linkspartei als Nachfolgepartei der Stasi bezeichnet und über die eigene Aufnahme von NS-Kadern kein Wort verloren.
Das seltsame Häufchen Elend, welches es immerhin geschafft hatte, eine Kundgebung, wenngleich keine Demonstration zu veranstalten, sah sich gegenübergestellt einer Menge von ca. 100 KommunistInnen in ausgelassener Partystimmung, selbst zu einer solch inhumanen Uhrzeit (11 Uhr morgens).

Vera Lengsfeld, CDU, schreibt:

„Die Antifa muss jetzt erklären, ob es ihre Position ist, die Verfolgten des Kommunismus zu verhöhnen und demokratische Parteien an der Ausübung ihres Demonstrationsrechts zu behindern. Die Politik muss die Frage beantworten, ob die Antifa weiterhin mit Steuergeldern gefüttert werden soll. “

Wir können nur antworten:

‚Die Antifa‘ wird die Verfolgten des Kommunismus sooft und soviel verhöhnen, wie ‚die Antifa‘ es will; denn es gibt keine. Wir gedenken gern den Opfern des Stalinismus, des Maoismus, denen in Nordkorea und allen anderen sich selbst sozialistisch oder kommunistisch nennenden autoritären Diktaturen, sofern sie im Kampf für eine befreite Gesellschaft, ein emanzipatorisches Zusammenleben oder vergleichbares starben. Wir trauern allerdings keinem einzigen Opfer des Stalinismus zB in Stalingrad nach. Denn worauf Frau Lengsfeld sich höchstwahrscheinlich bezieht, sind Parolen bezüglich 1943 in Stalingrad. Und diese sind angebracht. Und nur, weil die CDU sich demokratisch nennt, ist sie es noch lange nicht, ebenso, wie autoritäre Diktaturen nicht kommunstisch sind. Und ‚die Antifa‘ hindert Nazis, Rechtspopulisten und andere Spinner auch weiterhin an der Ausübung ihres Demonstrationsrechtes, komme, was wolle.
Und der Tag, an dem ‚die Antifa‘ mit Steuern gefüttert wird, den streichen wir uns rot im Kalender an. Rot.
Frau Lengsfeld, es wäre wahrlich wundersam, hätten sie tatsächlich mal „mehr zu bieten“ als das.

In Anbetracht der momentanen Lage lässt sich fazitär sagen:
Das Proletariat hat nichts zu verlieren – außer seinem Verstand.