Redebeitrag zu den Protesten gegen den Al-Quds-Marsch

Liebe Demonstrantinnen und Demonstrantinnen, liebe Passantinnen und Passanten.
Wir sind heute hier, weil IslamistInnen, offenen Antizionistinnen und Antisemitinnen ihren jährlichen Aufmarsch durchführen, den Al Quds-Marsch. Al Quds, arabisch für Jerusalem, lässt schon vom Namen her keinen Zweifel an der Forderung dieser Menschen: Die totale Vernichtung des sogenannten „Zionistischen Gebildes“, Israels.
Problematisch ist, dass diese Durchgeknallten Unterstützung der deutschen Linken erhalten. Seit 1996 laufen immer wieder Linke Seite an Seite mit IslamistInnen.
Dies nicht erst, seit Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion sich auf die Gaza-Flottille 2010 auf den Weg machten, die israelische Seeblockade zu durchbrechen. Frauen, die öffentlich Emanzipation predigen, aber, sobald es gegen Israel geht, mit ideologisch völlig fehlgeleiteten Feinden der Aufklärung sich solidarisieren, sich auf dem „Frauendeck“ aufhalten, auf dem kein männliches Wesen Zutritt haben darf – und umgekehrt. Solch antiemanzipatorischer Konsens wird bereitwillig eingegangen, richtet sich das Ziel der Kampagne nur gegen den Judenstaat. Dieser völlige idelogische Aussetzer bei Israel hat eine Tradition innerhalb der deutschen Linken. Wenn „die Juden“, welche automatisiert mit der israelischen Regierung gleichgesetzt werden, als TäterInnen stilisiert werden, so wird sich, teils unbewusst, von deutscher Schuld freigekauft.

Wir sehen uns also einem Konsens ausgesetzt, den iranischen Staat zu unterstützen, der Homosexuelle foltert, Frauen unterdrückt. Eine hochtechnisierte Macht, die an der Atombombe bastelt, jedoch ideologisch völlig primitivistisch agiert. Ein Regime, welches öffentlich den Holocaust leugnet, KritikerInnen foltert. Welches sich mit TerroristInnen wie der Hamas solidarisiert.
Linke, welche sich auf diesem Aufmarsch befinden, befürworten damit eine Verbrüderung mit barbarischen Verhältnissen, einer demokratisch gewählten Partei, der Hamas, welche in ihrer Charta davon spricht, alle Jüdinnen und Juden auszurotten. In Deutschland hat eine solche Verbindung mit IslamistInnen Tradition. Das Palästinensertuch, in all seiner blutigen und grauenhaften Geschichte, wird noch heute äußerst gern von sogenannten antiimperialistischen und insbesondere antizionistischen Linken getragen. Ebenso von IslamistInnen und Nazis. Sie alle haben eins gemeinsam: Einen durch nichts irre zu machenden Hass gegen Juden.

Da so etwas bei Linken recht komisch wäre, greift der mittlerweile automatisierte Schutzmechanismus: Der Antizionismus, „Israelkritik“. Es sind stets die Bösen mit der Antisemitismuskeule, die das Wort ja ach so inflationär gebrauchen, nie reflektiert mensch die eigenen Aussagen. Das Problem dieser Bauchlinken ist es, dass dort, wo ein Denkprozess einsetzen sollte, völkisches Denken einsetzt, und sich automatisch auf die Seite der so gesehenen Unterdrückten geschlagen wird. Da wird die Abschaffung des Judenstaates und der USA gefordert, die Abschaffung aller Staaten; aber ein Kurdistan, ein Palästina, ein Baskenland muss her.
Die reine Existenz Israels, seine Akte der Selbstverteidigung werden gesehen als eine Anmaßung gegenüber dem palästinensischen Volk; die Zivilisation soll demnach zugunsten der völkischen Gemeinschaft aufgelöst werden. GegnerInnen dieses Irrsins werden in schöner Regelmäßigkeit als „Zionistenfreunde“, „Neurechte“, „Nazis“, vom Mossad bezahlt tituliert; Veranstaltungen wie Filmvorführungen in Hamburg oder Diskussionsveranstaltungen in Berlin gewaltsam angegriffen.
Es ist unheimlich traurig, zu beobachten, wie sich eine politische Strömung in der gesamten Zeit ihrer Existenz nicht weiterentwickeln konnte. Herzlichen Glückwunsch, liebe antiimperialistische Linke, es ist nurnoch ein Katzensprung zum nationalen Sozialismus.

Menschen, die die Aufgeklärtheit für sich beanspruchen, identifizieren sich mit Mörderbanden, deren Wunschtraum der Errichtung eines Gottesstaates unweigerlich mit der Vernichtung einer ganzen „Rasse“ verbunden ist. Wie oft hört man, die Mauer am Gazastreifen stünde nur der Boshaftigkeit der Israelis wegen; dass die Zahl der Terroranschläge gegen ZivilistInnen nach dem Bau der Mauer jedoch um 80% gesunken ist, hört mensch nur allzuselten. Dass es ein defensiver Weg zur Selbstverteidigung sein könnte, statt einem frontalen Angriff, das kommt auch nur in den seltensten Fällen als ein Gedanke in den Hirnwindungen der FanatikerInnen vor.
Wir stellen also fest:
Das Existenzrecht Israels und Israels Recht auf Selbstverteidigung sind elementar und dürfen keine leeren Floskeln sein. Sie müssen unumstößlich bleiben. Linker Antisemitismus muss, egal welcher Coleur er daherkommt, bekämpft werden. Die zivilisatorischen Errungenschaften müssen verteidigt werden.

Solidarität mit Israel!
Freiheit für Gilad Shalit!
Freiheit für alle von iranischem Regime Unterdrückten!
Der Barbarei den Kampf ansagen!
Für den Kommunismus!

Sebastian Bicher für die EAW, im August 2011

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